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Zahnseide richtig anwenden: Interdentalbürste, Munddusche und die richtige Reihenfolge

Warum Zahnseide nötig ist, die richtige Anwendung Schritt für Schritt, der Platz von Interdentalbürste und Munddusche, häufige Probleme wie Bluten und Hängenbleiben, und ob vor oder nach dem Putzen.

Zahnseide richtig anwenden: Interdentalbürste, Munddusche und die richtige Reihenfolge — Illustration
Kurz gesagt

Die Bürste erreicht nur etwa 60 % der Zahnflächen; der Großteil der Karies und der Zahnfleischentzündung beginnt zwischen den Zähnen. Zahnseide oder Interdentalbürste sollten einmal täglich verwendet werden, vorzugsweise abends vor dem Putzen. Bluten in den ersten Tagen ist normal und hört bei regelmäßiger Anwendung nach 1–2 Wochen auf; hält es an, ist eine zahnärztliche Kontrolle nötig.

Warum Pflicht?

Die einander zugewandten Zahnflächen und der kleine Bereich unter dem Zahnfleisch sind Stellen, die die Bürstenborsten nicht erreichen. Die dort angesammelte Plaque führt zu Approximalkaries (im Röntgen sichtbar, von außen nicht bemerkt) und zu Zahnfleischentzündung. Auch Speisereste und Plaque in diesen Bereichen sind eine häufige Ursache von Mundgeruch.

Welches Hilfsmittel?

  • Zahnseide: Für eng stehende Zähne ohne Zwischenräume. Gewachste Seide gleitet bei engen Kontakten leichter; Zahnband (breit) für breite Kontakte.
  • Interdentalbürste: Bei Zwischenräumen, Zahnfleischrückgang, Brücken, Implantaten und fester Spange wirksamer als Zahnseide. Die Größe richtet sich nach dem Zwischenraum (der Zahnarzt misst); nie mit Gewalt.
  • Zahnseidenhalter (Flosser): Bei eingeschränkter Geschicklichkeit oder schwer erreichbaren Backenzähnen.
  • Munddusche: Nützlich zum Ausspülen von Resten um Spange, Brücke und Implantat; entfernt Plaque nicht so gut wie Zahnseide, wird zusätzlich, nicht stattdessen verwendet.
  • Zahnstocher: Verletzt das Zahnfleisch und weitet die Zwischenräume; nicht empfohlen.

Zahnseide Schritt für Schritt

  1. 40–45 cm Seide abnehmen; um beide Mittelfinger wickeln, dazwischen 3–4 cm straff lassen.
  2. Die Seide mit Daumen und Zeigefinger halten und mit leichter Sägebewegung zwischen die Zähne führen; nicht schnappen lassen, das schneidet ins Zahnfleisch.
  3. Die Seide C-förmig um eine Zahnfläche legen, leicht unter den Zahnfleischrand führen und 3–4 Mal nach oben abstreifen.
  4. Im selben Zwischenraum die Seide um den Nachbarzahn legen und wiederholen.
  5. Für jeden Zwischenraum einen sauberen Abschnitt verwenden. Die Rückseiten der letzten Zähne nicht vergessen.

Interdentalbürste

Die Bürste parallel zum Zahnfleisch, leicht angewinkelt in den Zwischenraum einführen; 2–3 Mal vor und zurück bewegen; nach jedem Zwischenraum abspülen. Eine mit Gewalt eingeführte Bürste verletzt das Zahnfleisch; passt sie nicht, eine dünnere Größe. Bei fester Spange unter dem Draht durchführen. Die Bürste alle 1–2 Wochen wechseln.

Häufige Probleme

  • Bluten: Entzündetes Zahnfleisch blutet; als Heilungszeichen nimmt es bei regelmäßiger Anwendung ab. Dauert es länger als 2 Wochen, Kontrolle.
  • Seide bleibt hängen, reißt: Zeichen für überstehende Füllung, Karies oder Zahnstein; dem Zahnarzt zeigen.
  • Schmerz: Zu fester Druck oder Einschneiden ins Zahnfleisch; die Technik verlangsamen.
  • Keine Zeit: Eine feste Tageszeit festlegen — für die meisten abends, direkt vor dem Zähneputzen.

Vor oder nach dem Putzen?

Mit leichtem Vorteil erst Zahnseide, dann Bürste: Die Seide öffnet die Zwischenräume, dann erreicht das Fluorid aus Bürste und Paste diese Flächen. Entscheidend ist, dass es jeden Tag geschieht.

Bei Kindern

Sobald sich zwei Zähne berühren (meist 2–3 Jahre, zwischen den hinteren Milchzähnen), reinigen die Eltern mit einem Zahnseidenhalter. Bis 8–10 Jahre wird nicht erwartet, dass das Kind allein Zahnseide benutzt.

Um Spange, Brücke und Implantat

Bei fester Spange ein Einfädler (Floss Threader) oder Spezialseide; unter der Brücke „Superfloss“; bei Implantatprothesen Interdentalbürste und Munddusche. Zahnarzt und Praxisteam zeigen die Anwendung beim ersten Mal praktisch. Mehr zur Zahnfleischbehandlung: Parodontologie.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information; Diagnose und individuelle Behandlung erfordern eine zahnärztliche Untersuchung.

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