Behandlungen · Zahnfleischbehandlung

Zahnfleischbehandlung

Zahnfleischerkrankungen sind die Hauptursache für Zahnverlust bei Erwachsenen und verlaufen meist schmerzlos. Bluten beim Putzen, Rötung, Rückgang und Mundgeruch sind die ersten Zeichen; im Frühstadium lässt sich das mit einfacher Reinigung umkehren.

Kurz gesagt

Die Zahnfleischbehandlung soll Gingivitis und Parodontitis stoppen: Zahnsteinentfernung, Wurzelglättung, bei Bedarf Chirurgie und Transplantate bei Rückgang. Bluten, Mundgeruch, Rückgang und lockere Zähne sind die Hauptzeichen. Im Frühstadium heilt es mit Reinigung und richtiger Pflege vollständig; im fortgeschrittenen Stadium ist das Ziel, den Knochenabbau zu stoppen.

Gingivitis und Parodontitis

Gingivitis ist eine oberflächliche Entzündung durch Belag und Zahnstein am Zahnfleischrand: Rötung, Schwellung und Bluten ohne Knochenabbau; sie heilt mit Reinigung und richtigem Putzen vollständig. Parodontitis ist das Übergreifen der Entzündung auf Fasern und Knochen: Taschen vertiefen sich, Knochen geht verloren, Zähne lockern sich. Der Verlust kommt nicht zurück, aber das Fortschreiten lässt sich stoppen.

Behandlungen

Zahnsteinentfernung: Zahnstein auf den Zähnen und am Zahnfleischrand wird mit Ultraschall und Handinstrumenten entfernt und die Oberfläche poliert; etwa 30–45 Minuten, bei empfindlichen Patienten mit Betäubung.

Wurzelglättung: Bei vertieften Taschen werden Zahnstein und entzündetes Gewebe unter örtlicher Betäubung aus der Tasche entfernt und die Wurzeloberfläche geglättet; meist 2–4 Termine nach Quadranten, Kontrolle nach 6–8 Wochen.

Chirurgie: Lappenoperation bei tiefen Taschen, Knochenaufbau bei Knochenverlust, Zahnfleischtransplantat bei Rückgang.

Zahnfleischkorrektur: Ein „Gummy Smile“ oder ungleichmäßige Zahnfleischverläufe können vor ästhetischen Behandlungen korrigiert werden.

Ablauf

  1. Parodontale Untersuchung: Taschentiefen, Bluten und Lockerung werden erfasst; Knochenniveau im Röntgen.
  2. Initialtherapie: Zahnsteinentfernung und Politur; Anleitung zu Putzen und Zwischenraumpflege; Beratung zu Rauchen und Allgemeinerkrankungen.
  3. Wurzelglättung: bei Taschen über 4 mm, 30–45 Minuten pro Quadrant unter Betäubung; meist 2–4 Termine.
  4. Neubewertung: Taschen werden nach 6–8 Wochen erneut gemessen; für nicht gebesserte Bereiche wird Chirurgie geplant.
  5. Erhaltung: Kontrolle und Reinigung alle 3–4 Monate – der wichtigste Schritt gegen einen Rückfall.

Dauer

  • Gingivitis: 1–2 Reinigungstermine, deutliche Besserung in 2 Wochen
  • Mittlere Parodontitis: 2–4 Termine Wurzelglättung + Kontrolle nach 8 Wochen
  • Fortgeschrittene Parodontitis: Wurzelglättung + Chirurgie, 3–6 Monate
  • Zahnfleischtransplantat: 1 Termin (45–90 Min.), Fäden 2 Wochen

Heilung und Pflege

Empfindlichkeit für 1–2 Wochen und ein „lückiges“ Aussehen durch das Abschwellen des Zahnfleischs sind nach Reinigung und Wurzelglättung normal. Bluten hört bei regelmäßiger Pflege in 2 Wochen auf. Nach Chirurgie 7–10 Tage weiche Kost und antiseptische Spülung. Zweimal täglich mit weicher Bürste im 45°-Winkel zum Zahnfleischrand putzen, täglich Zwischenräume reinigen, Rauchen reduzieren oder aufgeben, Diabetes einstellen.

Alternativen

Unbehandelte Parodontitis endet mit Zahnverlust; „Abwarten“ ist keine Alternative. Nicht rettbare Zähne werden entfernt und ein Implantat oder Zahnersatz geplant – der Implantaterfolg setzt jedoch eine kontrollierte Zahnfleischerkrankung voraus.

Bitte beachten
  • Rauchen verringert das Ansprechen auf die Behandlung deutlich.
  • Bei unkontrolliertem Diabetes heilt es langsam; Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt ist nötig.
  • Patienten mit Blutverdünnern sollten das vor Wurzelglättung oder Chirurgie mitteilen.
  • Verlorener Knochen wächst nicht nach; Ziel ist, das Fortschreiten zu stoppen.

FAQ

Zahnfleischbehandlung

Schadet die Zahnsteinentfernung den Zähnen?

Nein. Ultraschallspitzen lösen nur den Zahnstein; sie schleifen den Schmelz nicht ab. Dass sich die Zähne danach „lückig“ anfühlen, liegt daran, dass die vorher vom Zahnstein gefüllten Räume frei werden.

Mein Zahnfleisch blutet – soll ich das Putzen lassen?

Im Gegenteil. Bluten ist ein Zeichen für Belag am Zahnfleischrand; sanftes, regelmäßiges Putzen und Zahnseide reduzieren es in 1–2 Wochen. Hält es an, ist eine Untersuchung nötig.

Kann ein lockerer Zahn gerettet werden?

Das hängt vom Grad der Lockerung und dem verbliebenen Knochen ab. Im Frühstadium lässt sich der Zahn mit Wurzelglättung und Schienung stabilisieren; bei fortgeschrittenem Verlust kann die Entfernung nötig sein.

Ist die Wurzelglättung schmerzhaft?

Sie erfolgt unter örtlicher Betäubung. Danach sind einige Tage Kälteempfindlichkeit und leichte Zahnfleischempfindlichkeit möglich.

Wächst zurückgegangenes Zahnfleisch nach?

Nicht von selbst. In geeigneten Fällen kann die Wurzeloberfläche mit einem Zahnfleischtransplantat wieder gedeckt werden; Hauptziel ist, das Fortschreiten zu stoppen.

Termin

Untersuchungstermin: Zahnfleischbehandlung

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