Behandlungen · Wurzelbehandlung

Wurzelbehandlung

Bei der Wurzelbehandlung wird das entzündete oder abgestorbene Nervgewebe (Pulpa) aus dem Zahn entfernt, die Kanäle werden gereinigt und mit einem Füllmaterial dicht verschlossen. Ziel ist, den Zahn zu erhalten statt ihn zu ziehen.

Kurz gesagt

Die Wurzelbehandlung rettet einen Zahn mit entzündetem oder abgestorbenem Nerv, indem die Kanäle gereinigt und versiegelt werden, statt ihn zu entfernen. Sie erfolgt unter örtlicher Betäubung; Frontzähne brauchen meist einen Termin, Seitenzähne 1–2. Eine Krone danach verhindert Frakturen. Die Erfolgsrate ist hoch; Aufbissempfindlichkeit für einige Tage ist normal.

Wann ist sie nötig?

  • Schmerzen, die bei Warm oder Kalt anhalten, von selbst beginnen oder nachts wecken
  • Schmerzen beim Aufbeißen, Dunkelwerden des Zahns
  • Zahnfleischschwellung, ein „Pickel“, aus dem Sekret austritt
  • Entzündung an der Wurzelspitze im Röntgen (manchmal ganz ohne Schmerzen)
  • Tiefe Karies oder Fraktur bis zum Nerv, Unfall

Ablauf

  1. Diagnose: Röntgen, Kälte-/Wärme- und Klopftest bestimmen die Vitalität des Zahns und das Ausmaß der Entzündung.
  2. Betäubung und Isolation: örtliche Betäubung; der Zahn wird mit Kofferdam vom Speichel isoliert.
  3. Zugang und Reinigung: Die Kanäle werden von oben erreicht, elektronisch vermessen, mit rotierenden Feilen aufbereitet und mit Desinfektionslösungen gespült.
  4. Füllung: Die Kanäle werden mit Guttapercha und Sealer dicht verschlossen; Kontrollröntgen.
  5. Aufbau: definitive Füllung in derselben oder nächsten Sitzung; bei Seitenzähnen und großem Substanzverlust Krone oder Onlay.

Dauer und Termine

  • Einwurzelige Frontzähne: 1 Termin, 45–60 Min.
  • Mehrwurzelige Backenzähne: 1–2 Termine, 60–90 Min.
  • Zähne mit Abszess oder großer Läsion: 2–3 Termine (mit Medikament im Kanal dazwischen)
  • Revisionen: 2–3 Termine

Heilung

Aufbissempfindlichkeit und leichtes Pochen für 2–7 Tage sind zu erwarten und nehmen täglich ab. Schwellung, Fieber oder zunehmende Schmerzen erfordern eine Kontrolle. Bis zur Krone nichts Hartes mit dem Zahn beißen; wurzelbehandelte Zähne sind spröde, deshalb wird besonders bei Seitenzähnen eine Krone empfohlen.

Revision

Ist eine frühere Wurzelbehandlung undicht oder kehrt die Entzündung zurück, kann sie wiederholt werden. Ist das nicht möglich, kommt eine Wurzelspitzenresektion in Betracht.

Alternativen

Die einzige Alternative ist die Entfernung, danach ist ein Implantat oder eine Brücke nötig. Der Erhalt eines rettbaren natürlichen Zahns ist funktionell und wirtschaftlich meist die erste Wahl. Heilt die Entzündung an der Wurzelspitze trotz Behandlung nicht, ist die Wurzelspitzenresektion eine Option (Oralchirurgie).

Bitte beachten
  • Zähne mit senkrechter Wurzelfraktur oder zu wenig Knochenhalt sind durch eine Wurzelbehandlung ggf. nicht zu retten; die Entfernung wird erwogen.
  • Wird der Zahn vor der endgültigen Versorgung belastet, ist das Frakturrisiko hoch.
  • Eingeschränkte Mundöffnung kann die Behandlung von Seitenzähnen erschweren.

FAQ

Wurzelbehandlung

Ist eine Wurzelbehandlung schmerzhaft?

Sie erfolgt unter örtlicher Betäubung; während der Behandlung sind keine Schmerzen zu erwarten. Stark entzündete Zähne lassen sich schwerer betäuben, dann werden zusätzliche Techniken eingesetzt. Empfindlichkeit danach klingt in wenigen Tagen ab.

Wie lange hält ein wurzelbehandelter Zahn?

Mit einer gut gemachten Wurzelbehandlung und passender Versorgung hält der Zahn jahrelang, oft lebenslang. Häufigste Verlustursache ist die Fraktur – deshalb die Krone.

Wäre Ziehen nicht besser?

Der eigene Zahn funktioniert natürlicher als ein Implantat. Ist eine Wurzelbehandlung möglich, wird der Zahn erhalten; Entfernung und Implantat werden bei nicht rettbaren Zähnen erwogen.

Wird der Zahn danach dunkel?

Die bei älteren Techniken beobachtete Verfärbung ist mit heutigen Materialien selten. Falls doch, lässt sie sich durch internes Bleaching oder ein Veneer korrigieren.

Brauche ich Antibiotika?

Meist nicht; die eigentliche Behandlung ist die Reinigung des Kanals. Bei ausgedehnter Schwellung, Fieber oder allgemeinem Krankheitsgefühl kann die Zahnärztin Antibiotika verordnen.

Termin

Untersuchungstermin: Wurzelbehandlung

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