Behandlungen · Zahnimplantate

Zahnimplantate

Ein Implantat ist eine Titanschraube, die anstelle der verlorenen Zahnwurzel im Kieferknochen verankert wird. Nach dem Einheilen wird darauf eine Krone, Brücke oder Vollprothese befestigt. Da Nachbarzähne nicht beschliffen werden müssen, ist es oft die erste Wahl beim Ersatz fehlender Zähne.

Kurz gesagt

Ein Implantat ist eine Titanwurzel im Kieferknochen anstelle eines fehlenden Zahns; nach 2–4 Monaten Einheilzeit wird eine feste Krone aufgesetzt. Der gesamte Ablauf dauert bei den meisten Patienten 3–6 Monate; fehlt Knochen, verlängert ein Aufbau die Zeit. Eingestellter Diabetes und Rauchen beeinflussen den Erfolg; mit regelmäßigen Kontrollen und Zwischenraumpflege halten Implantate viele Jahre.

Wer ist geeignet?

Alle, deren Kieferwachstum abgeschlossen ist (meist ab 18), die genügend Kieferknochen haben und deren Gesundheit einen kleinen chirurgischen Eingriff erlaubt. Unkontrollierter Diabetes, bestimmte Knochenmedikamente (Bisphosphonate), Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich und starkes Rauchen beeinträchtigen die Heilung; das wird bei der Untersuchung beurteilt und bei Bedarf mit Ihrem Arzt besprochen.

Ablauf

  1. Beurteilung: Untersuchung, Panoramaröntgen und meist ein 3D-DVT zur Messung des Knochens und Lage von Nerven und Kieferhöhle; Gesundheit und Medikamente werden erfragt.
  2. Vorbereitung: Zahnfleischerkrankungen und Karies werden behandelt; bei Bedarf Knochenaufbau oder Sinuslift (Heilung 3–6 Monate).
  3. Implantation: 30–60 Minuten unter örtlicher Betäubung; in geeigneten Fällen direkt nach der Zahnentfernung in derselben Sitzung.
  4. Einheilung (Osseointegration): 2–3 Monate im Unterkiefer, 3–4 im Oberkiefer. Im Frontbereich kann ein Provisorium getragen werden.
  5. Prothetik: Abdruck oder Scan, Abutment und Krone; 2–3 Termine in 1–2 Wochen.
  6. Kontrollen: nach 1 und 6 Monaten, danach jährlich; das Knochenniveau wird im Röntgen verfolgt.

Dauer und Termine

  • Einzelimplantat: 3–6 Monate, 5–7 Termine
  • Mit Knochenaufbau: 6–12 Monate
  • Ganzer Kiefer auf mehreren Implantaten: je nach Plan 4–9 Monate; in geeigneten Fällen festes Provisorium am selben Tag

Für Patienten aus dem Ausland wird die Behandlung meist in zwei Aufenthalten im Abstand von einigen Monaten geplant; die Details werden vor der Reise abgestimmt.

Wenn der Knochen nicht ausreicht

In lange zahnlosen Bereichen baut sich Knochen ab. Dann kann vor oder während der Implantation ein Knochenaufbau, im Oberkiefer-Seitenzahnbereich ein Sinuslift nötig sein. Das verlängert die Behandlung um einige Monate, ist aber für die Langlebigkeit entscheidend.

Optionen bei Zahnlosigkeit

Auf 2–4 Implantaten im Unterkiefer und 4–6 im Oberkiefer kann fester oder herausnehmbarer (druckknopfgehaltener) Zahnersatz gefertigt werden. Die Wahl richtet sich nach Knochenangebot, Geschick und Erwartungen.

Heilung und Pflege

Schwellung und leichte Schmerzen für 2–3 Tage sind normal und werden mit Kühlung, weicher Kost und den verordneten Medikamenten kontrolliert. Fäden werden nach 7–10 Tagen entfernt. In den ersten zwei Wochen den Bereich nicht belasten und nicht rauchen. Implantate bekommen keine Karies, aber Zahnfleisch und Knochen darum können sich entzünden (Periimplantitis): Zweimal tägliches Putzen, Interdentalbürsten oder Zahnseide und regelmäßige Kontrollen bestimmen die Haltbarkeit.

Alternativen

Bei einem fehlenden Zahn eine Brücke (Nachbarzähne werden beschliffen, 1–2 Wochen), bei mehreren fehlenden Zähnen eine herausnehmbare Prothese. Implantate lassen Nachbarzähne unberührt und bremsen den Knochenabbau; eine Brücke ist schneller fertig. Siehe Zahnersatz.

Bitte beachten – wer eher nicht geeignet ist
  • Nicht bei Jugendlichen mit unvollständigem Kieferwachstum.
  • Unkontrollierter Diabetes, Bisphosphonate, Kopf-Hals-Bestrahlung und starkes Rauchen senken den Erfolg; Beurteilung gemeinsam mit Ihrem Arzt.
  • Unbehandelte Zahnfleischerkrankung erfordert zuerst eine Parodontalbehandlung.
  • Bei zu wenig Knochen verlängert ein Aufbau den Zeitplan.

FAQ

Zahnimplantate

Wie lange halten Implantate?

Mit regelmäßiger Pflege und Kontrollen halten Implantate viele Jahre, oft ein Leben lang. Die Krone oder Prothese darauf kann im Lauf der Jahre wegen Abnutzung erneuert werden.

Ist der Eingriff schmerzhaft?

Die Implantation erfolgt unter örtlicher Betäubung; während des Eingriffs sind keine Schmerzen zu erwarten. In den 2–3 Tagen danach sind leichte Schmerzen und Schwellung möglich, die mit Schmerzmitteln gut kontrollierbar sind.

Bekomme ich am selben Tag einen Zahn?

Wenn Knochenqualität und Primärstabilität es erlauben, kann besonders im Frontbereich ein Provisorium am selben Tag eingesetzt werden. Der endgültige Zahnersatz folgt nach der Einheilung.

Kann der Körper ein Implantat abstoßen?

Titan ist biokompatibel; allergische Abstoßung ist sehr selten. Misserfolge beruhen meist auf Infektion, zu früher Belastung oder heilungsstörenden Faktoren wie Rauchen.

Gibt es eine Altersgrenze?

Die Untergrenze ist das abgeschlossene Kieferwachstum (etwa 18). Nach oben gibt es keine Grenze; entscheidend ist der Gesundheitszustand.

Ist ein DVT immer nötig?

Nicht in jedem Fall. Bei grenzwertigem Knochenangebot oder Nähe zu Nerv oder Kieferhöhle ist die 3D-Aufnahme für eine sichere Planung erforderlich.

Termin

Untersuchungstermin: Zahnimplantate

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